FreiTanzen – Psychotherapie Honikel

27. Juni 2026

… über Berührbarkeit und Lebendigkeit

Was ist Lebendigkeit?

Eine große Frage, die sich sicherlich nicht in ein paar Zeilen hier beantworten lässt!

Eine Frage, die mich aber tagtäglich in meinem Tun begleitet – still, nicht immer ausgesprochen im Raum, oft nicht einmal in den Gedanken, aber immer da.

Warum bewegt mich diese Frage gerade jetzt (… mal wieder!)?

Einerseits stolperte ich mal wieder über ein Buch,  „Lebendigkeit. Eine erotische Ökologie“ von Andreas Weber. Ein wunderbares Buch, das unter anderem unsere (Nicht-)Berührbarkeit auf für mich ganz berührende Art und Weise in den Fokus nimmt.

Andererseits gibt es da meinen Alltag, meine Arbeit mit den Menschen, mein Sein mit und in dieser Welt, mein In-Beziehung-Sein mit ihr und mit meiner Mitwelt.

Und –  vielleicht geht es viel mehr nicht nur darum, was Lebendigkeit ist, sondern zuallererst wie und wann ich sie erfahre!?!?!?

Erfahrung – die durch meine Wahrnehmung, meine Sinne,  mein inneres Mich-Öffnen und auch mein äußeres Berühren beginnt, mich zu verbinden, mich in Beziehung zu jemandem oder etwas zu setzen…

… und ich berührt werde.

… wenn ich auf dem Steg am Wasser sitze, meine Augen über die glatte Oberfläche wandern und plötzlich ein Windhauch, hörbar im Blätterrascheln der Pappel, spürbar im Streicheln meiner Haut, sichtbar im Kräuseln der Wasseroberfläche und sommerduftend meine Nase umspielt und ich mit jeder Faser, jeder Zelle meines Körpers, meiner Seele mich davon erfasst fühle…

… wenn, ohne großes Nachdenken oder Analysieren, ein Gefühl in mir von Eingebunden- von Ver-bundensein aufsteigt, vielleicht sogar dabei meine Augen ein wenig feucht werden…

… wenn ich eine Klientin in ihrem Prozeß begleite und wir mittendrin sind im manchmal schleierhaften Dunkelgrau und auf einmal durch die Musik, den Tanz, sich die Nebel lüften es licht wird und für sie etwas ins Fließen kommt…

… wenn meine Zellen und mein Nervensystem erfahren, wenn eine Berührung eine präsente, echt, wahrhafte, tiefe, mich oder den anderen meinende ist…

… und da gibt es noch so Vieles mehr!

…dann spüre ich Berührbarkeit, meine, die des anderen, die der Welt.

Und diese Berührbarkeit macht uns lebendig!

Ob in der Berührtheit der Trauer, des Schmerzes, oder der, der Sanftheit und Zärtlichkeit, der Berührtheit des Glücks und der Freude oder der, des Loslassens und der Hingabe.

Berührbarkeit bedeutet (alles) spüren zu können und zu dürfen, damit zu sein, davon erfasst zu werden, ohne in eine Abwärtsspirale hinein überwältigt zu sein!

Und für mich wird hinter der Berührbarkeit und durch sie hindurch auch immer die Liebe spürbar!

Berührbarkeit ist Liebe.

Liebe ist Lebendigkeit.

Lebendigkeit ist Liebe.

„ In Fülle lebendig sein zu dürfen, heißt, geliebt zu sein. Sich selbst seine Lebendigkeit zu erlauben heißt, sich selbst zu lieben – und zugleich die schöpferische Welt, die ihrem Prinzip nach zutiefst lebendig ist.“ (Andreas Weber:  Lebendigkeit. Eine erotische Ökologie, München 2023, S. 18)

Und Berührbarkeit, Lebendigkeit, Liebe entstehen und wachsen auch durch den Tanz!

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