FreiTanzen – Psychotherapie Honikel

16. Mai 2026

Verstehen. Verständnis. Einverständnis…

Seit ich vor ein paar Wochen ein Interview mit dem Kommunikationspsychologen Friedemann Schulz von Thun gehört habe, kreisen meine Gedanken immer wieder um einen von ihm benannten Aspekt der inneren Haltung mit der wir uns in Kommunikation, insbesondere auch kontroverser, begegnen können: mit Verstehen,  mit Verständnis und mit Einverständnis. Neugierig sein und Verstehen wollen, daraus auch ein (eventuelles) Verständnis entwickeln, was aber nicht bedeuten muss, dass daraus automatisch ein Einverständnis hervorgeht – aber es kann!

Und ein Satz aus unserem Seminar Liebe & Partnerschaft  zur Konfliktlösung in Partnerschaft kommt mir dabei in den Sinn: „ Jeder hat das Recht auf seine Wahrnehmung und seine Wahrheit.“

… und dann beginnt die Herausforderung, die Aufgabe, sich neugierig auf den Weg zum Anderen, zueinander, zu machen, zu verstehen, was den anderen bewegt, auch ein paar „Schritte in seinen Schuhen gehen“, um nachzuvollziehen und ein Verständnis für die Wahrnehmung und die Wahrheit des anderen zu bekommen und dann – und diesen Schritt finde ich so wichtig – vielleicht auch einverstanden zu sein –  oder eben nicht! … und damit sein zu können.

Die Unterschiedlichkeit des Anderen aushalten zu können, sie nicht als Bedrohung und Infragestellung der eigenen Person zu sehen, sondern sie als Bereicherung meiner eigenen Wirklichkeit, als Ergänzung, als lebendige Buntheit des Lebens zu erfahren! Das geht so viel leichter, wenn dem Ganzen Verstehen und Verständnis vorangehen und gegenüberstehen.

Und was wäre, wenn wir nicht nur dem Gegenüber, sondern auch uns selbst genauso begegnen würden?

Verstehen.

Verständnis.

Einverständnis.?

Begegnung, Kommunikation und Beziehungsfähigkeit beginnen doch immer bei uns selbst!

Verstehe ich mich selbst?

Gibt es da ein Verständnis für mich, für meine inneren verletzten und auch heilen Anteile?

Und wie sieht es dann im weiteren Schritt mit dem Einverständnis mit mir selber aus?

Gibt es etwas zu verändern, weil ich mit mir selber noch nicht einverstanden bin oder ist es auch an der Zeit, mich im wertschätzenden, mich annehmenden Einverständnis zu üben?

… damit ich immer mehr Selbstwertschätzung spüre, Vertrauen und immer mehr Würde in mir wachsen dürfen!

Beim weiteren Kreisen um diese Aspekte und surrenden Gedanken in mir, blitzte immer wieder die Verkörperung auf, beharrlich, mich immer wieder anstupsend, und wollte ihren Platz darin finden in dieser erstmal noch reinen kognitiven Theorie.

Verstehen entsteht im Kopf…

Verständnis auf der Herzebene…

und Einverständnis?

Für mich findet hier die Verkörperung, die innere und körperlich spürbare Erfahrung ihren Platz. Verkörperung bedeutet immer ein Verbundensein mit mir, ein Zustand von Wahrhaftigkeit und Echtheit in mir, ein Empfinden von Ganzheit, ein inneres Wissen um Selbstvertrauen. Das bin ich! … mit allem!

Verwurzelt in mir, in meinem Schoß, in dem das Urvertrauen ruht, die Hingabe an das Leben, die Lebendigkeit und Leidenschaft, die schöpferische Kraft – gespeist aus dem Vertrauen in mich und das Leben ( mit all seinen Herausforderungen und Brüchen, seinen Fragezeichen und Unwägbarkeiten!).

 

Was wäre, wenn wir uns viel mehr mutig und neugierig auf diesen Verkörperungs- Prozess einlassen könnten, einlassen würden?

Vom Verstehen über das Verständnis hin zum Einverständnis, zum wohlwollenden Annehmen von uns selbst.

bewusst

hinterfragt

bewegt

verkörpert

angenommen…

?!

***

Schreibt mir gerne Eure Gedanken.

Herzlich

Eure Christine

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