Wie fühlst du dich?
Gerade wachte ich auf nach einer Nacht mit vielen Stunden Schlaf, kurzer Unterbrechung wegen Schmerzen – und dann schießt mir diese Frage durch den Kopf.
In diesem Moment kann ich sie klar beantworten: erfrischter, weil ich endlich mal wieder mehr Schlaf hatte, etwas unruhig, weil mein Kopf sehr schnell zu rattern beginnt – „worüber schreibe ich in meinem Newsletter?“ – etwas abgelenkt, weil die Schmerzen in der Schulter noch diffus da sind und meine Gedanken auch dahin kreisen … Physiotermine ausmachen, entsprechende Gymnastik…
… und freudig, neugierig, auf das, was da aus mir heute mit Worten herausfließen wird.
In diesem Moment klare Antworten.
Und manchmal kenn ich das auch ganz anders! Da braucht es Zeit, das, was da zu fühlen ist, zu sortieren, zu benennen, greifbar zu machen. Da ist dann ein nebeliges Knäuel aus … ja woraus?
Wie fühlst du dich?
Eine ganz wesentliche Frage in meiner Arbeit. Was nimmst du in dir wahr?
Und manchmal gibt es keinen Zugang zu dem, was wir fühlen. Da nehmen wir vielleicht auch erstmal nichts wahr?
Und während ich hier schreibe kommt immer wieder eine andere Frage in meine Gedanken:
Fühlst du dich? Fühlen wir uns?
Wie oft sind Menschen abgeschnitten von ihrem Fühlen und Spüren und können mit der Frage nach ihren Gefühlen nichts anfangen, sind überfordert, spüren vielleicht sogar Widerstand!?
Und manchmal ist es auch zu viel an Fühlen, zu viel an Wahrnehmen und Spüren und es braucht ein Zurückfinden in eine Balance zwischen zu viel und gar nicht.
In meinem letzten Newsletter schrieb ich über Veränderung. Veränderung, die herausfordert und die deshalb auch einen Halt aus der Verbundenheit mit mir selbst heraus braucht.
Die Verbundenheit in uns selbst entsteht, wenn wir uns fühlen, wenn wir spüren und wahrnehmen, was sich in unserem Körper, unserem Nervensystem und unserer Seele bewegt oder was uns blockiert, wenn wir uns uns selbst ehrlich öffnen und auf den Weg machen, fühlen und wahrnehmen zu wollen, auch oder gerade dann, wenn es uns fordert!
Wir brauchen wieder den Mut und die Bereitschaft, wahrzunehmen, und ich glaube, in allererster Linie uns selbst! Damit ist nicht gemeint, in einer Nabelschau zu versinken, sich in der eigenen Wichtigkeit zu verlieren, denn darin liegt auch eine Gefahr!
Damit ist gemeint: Wenn wir uns wieder ehrlich und offen selbst wahrnehmen, schaffen wir eine Verbindung zu uns selbst, lernen wir uns immer besser kennen und können auch nach und nach besser mit all unserem Fühlen umgehen. Dann „braucht“ es immer weniger Projektion nach außen, immer weniger Schuldzuweisung.
Sich wieder ehrlich wahrzunehmen ist Eigenverantwortung, ist Erwachsen werden im besten Sinne!
Der Tanz ist eine wunderbare Möglichkeit, sich dem eigenen Wahrnehmen wieder zu nähern, sich Zeit zu nehmen, zu spüren und daraus die Bewegung entstehen zu lassen.
Bewegung, die uns wieder mit uns verbindet, die unser Nervensystem reguliert, die unsere Lebendigkeit und Energie ins fließen bringt, die uns uns selbst spüren lässt und uns deshalb Halt gibt. Halt, den wir in diesen Zeiten von Veränderung brauchen.
Halt … manche nennen es auch Resilienz 😊.
… wie fühlst du dich?