Novemberlicht,
grau und schwer zieht es abends über die Hügel.
Morgens liegt weißer Nebel im Tal,
die Kronen der Bäume ragen schemenhaft aus ihm hervor.
Auf den nebelnassen Wiesen sind die Schritte nur ein leises Flüstern
hinein in das undurchdringliche Grau.
Wie Watte legt es sich um den Körper, senkt es sich auf die Augen, dämpft es die Ohren.
Kein Laut, keine Bewegung, kein Blick, kein Licht
nur grauweiße Nebelwolke…
mystisch magisch
keine Ablenkung mehr
nur noch dieser eine verdichtete Augenblick im DaSein.
Ich stehe still.
Atme…
lausche ins Undurchdringliche
Spüre.
Innehalten
Aus-halten (es ist so grau… so undurchdringlich… so still…so leblos?)
Halten…
Ich stehe still.
Atme
Halte … mich
Spüre…
Immer noch stehe ich still.
Mit geschlossenen Augen,
gehalten von einem weißgrauen Mantel aus Luft,
umhüllt von zart tanzenden Tropfen
auf Haar und Haut.
Mein Gesicht hebt sich ihnen entgegen,
schmiegt sich in sie hinein
sanft benetzt vom kühlen Tau.
Ein Lächeln
Ich stehe still.
Und langsam sacht
fließt die Verbundenheit in mich hinein,
als würden die Tautropfen auf Haut und Haar
die Grenzen meines Körpers durchdringen,
sich erst frisch und kühl ausbreiten in meinen Zellen,
meinen Adern,
meinen inneren Verästelungen.
und dann –
erwärmen
sich…
mich…
und ein leises Leuchten webt sich ins Grau,
breitet sich aus,
wird heller wärmer leuchtender.
Noch einen Moment still stehen bleiben!
Spüren!
Fühlen!
Dieses Leuchten!
Und dann die Augen öffnen.
Mir ein Herz fassen
einen Schritt…
den Nebelmantel durchschreiten,
die Wolkenhülle durchreißen.
… empfangen von hellen Sonnenstrahlen
leuchtender Wärme
und einem weiten Blick!
Ins Licht treten…