FreiTanzen – Psychotherapie Honikel

1. August 2025

… über die Wertschätzung

Manchmal ist es so im Leben: Es fließt aus verschiedensten Richtungen, von überall her und bedarf ein Sichten, Wahrgenommenwerden, Erforschen, Sortieren und Sacken lassen, um sich in Neues, Verändertes und Kraftvolles hineinzuentfalten… und es braucht eine Zeit bis sich wieder Worte finden.

Aber bevor meine Sommerpause beginnt, doch noch ein paar Gedanken, die heute morgen durch meinen Geist mäanderten.

Ich „stolperte“ über die mythologische Figur bzw. Prophetin der Weißen Büffelfrau der nordamerikanischen Stämme der Lakota und Dakota. Sie erschien den Menschen dort vor langer Zeit und überbrachte ihnen verschiedene Riten und die Medizin- bzw- heilige Friedenspfeife, um ihnen zu helfen, in Verständigung mit dem Großen Geist Wakan Tanka und der Natur zu leben und, um weg von Egoismus, Habgier und Feindseligkeit unter den unterschiedlichen Clans zu kommen. Sie brachte ihnen das Feuer der Wertschätzung und Liebe, um sie von der zerstörerischen Art in die schöpferische Weise zu bringen. Sie werde sich danach lange nicht mehr zeigen, prophezeite sie, bis nach vier Zeitaltern die Menschen große Umwälzungen erleben würden und sie erst dann wieder auftauchen würde.

Woran meine Gedanken vor allem hängenblieben war das Wort der Wertschätzung

Die Prophezeiung der Büffelfrau zu ihrem Wiedererscheinen, egal ob man an Prophezeiungen glaubt oder nicht, und dem was sie den Menschen schenkte, ließen mich nachdenklich werden.

Wertschätzung…

Wie ist es darum bestellt in unserem Leben, in unserer Zeit, die gerade so viel fordert, aufreißt, trennt, polarisiert und sichtbar werden läßt, unser so lange vertrautes und manchmal auch wohlfeiles Leben erschüttert und wir uns irgendwie neu sortieren, hinterfragen und ausrichten dürfen, eigentlich ja auch müssen?!

Wertschätzung…

Und ich hinterfrage dabei auch mein Eigenes. Nehme ich nicht manchmal auch viel zu sehr Dinge und Menschen als selbstverständlich, als Gegebenheiten in meinem unhinterfragten sicheren Alltag?

Und es taucht dabei ganz plötzlich die Frage auf: Haben wir vielleicht auch die Wert-Schätzung aus dem Blick verloren, weil wir zu beschäftigt sind, uns zu schützen? Schätzen wir zu wenig, weil wir (uns) schützen müssen? An manchen Stellen vielleicht auch nur glauben, es tun zu müssen, anstatt innezuhalten, dem Leben und uns selbst zu lauschen und wahrzunehmen ?

Wahrzunehmen, dass das Gegenüber vielleicht auch gerade ebenso sich schützt und doch eigentlich nur wertschätzend gesehen werden will?

Wahrzunehmen, dass das/mein Sichschützen an alte Muster anknüpft, die es vielleicht gerade in dieser Situation gar nicht mehr braucht und Anderes, Hilfreicheres, Verbindenderes an seine Stelle treten darf?

Wir Menschen sind soziale Wesen, wir brauchen eine Gemeinschaft, ein Gegenüber. Wir brauchen Verbindung und das sichere Gefühl der Verbundenheit und des Angebundenseins.

Aber  wie können wir Verbundenheit nähren?

Wenn wir z.B. den Blick auf Wertschätzung richten, üben, wert zu schätzen, anstatt vorschnell zu urteilen, zu bewerten oder in der alltäglichen Selbstverständlichkeit festzuhängen.

Indem wir einerseits durchaus kritisch hinschauen und zugleich uns auch öffnen für differenziertes Wahrnehmen, für eine eigene innere Haltung und Selbstreflexion, die sich im echten Anerkennen und Wertschätzen übt, üben will!

Wertschätzung…

… um Brücken zu bauen, um zu verbinden, um Trennendes zu überwinden, um die Kraft der Anerkennung und des Gesehenwerdens erfahrbar werden zu lassen – bei anderen, bei mir, in der Gesellschaft.

Echte Wertschätzung lässt uns wachsen…!!!

… in unsere Würde hinein!

… in ein würdevolles Miteinander!

Fragen und Gedanken, die ich mit in die Sommerpause nehme, in eine Sommerpause, in der ich Euch Zeit zum Innehalten und Regenerieren, zum Lachen und Genießen und zum Anerkennen und Wertschätzen wünsche, in Gemeinschaft und mit Euch alleine in Verbundenheit mit Euch, dem Leben und dem Großen Ganzen, Wakan Tanka wie es bei den Lakota heißt.

2 Kommentare

  • Andrea

    Danke, der Text passt perfekt

  • Falk

    Nährende und inspirierende Worte und Gedanken, auch die Wertschätzung ist eine Übung für ein „würdevolles Miteinander“, danke!

Kommentar

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